Die anonymen Applemitarbeiter

Auf der Suche nach irgendeiner Sache bin ich bei bbrown.info auf hochinteressante Links zu Diskussionsbeiträgen auf /. gestoßen.

Darin plaudert ein anonymer Mitarbeiter von Apple, der sich selbst As Seen On TV nennt, fröhlich aus dem Nähkästchen seines Chefs und gibt interessante Argumente im Kampf UNIX vs. LINUX vs. Mac OS X.

Viel interessanter sind allerdings die Ausführungen, welche Entwicklung Spotlight, die neue Suchfunktion in Mac OS X Tiger, nehmen wird.

Im Grunde sind die Suchmöglichkeiten nach Name, Inhalt oder Erstellungs- und Änderungsdatum ja eigentlich ausgereizt. Wir können mit Spotlight binnen Sekunden die PDF-Datei zum Projekt “Blumenvase” finden, die wir gestern bearbeitet haben. Die Information, dass wir diese Datei gestern bearbeitet haben, ist ein Metadatum.

Metadaten sind vereinfacht gesagt Daten über Daten. Und Apple hat erkannt, dass diese Daten verstärkt gesammelt und auch durchsuchbar gemacht werden müssen. Interessanterweise gibt es da im Grunde keine Beschränkungen, welche Daten gesammelt werden.

Schon jetzt sammelt Spotlight (bzw. die jeweiligen Daemons) verschiedene Metadaten. Bei Bildern den Farbraum und die Auflösung, bei PDF-Dateien den Inhalt. Bei sämtlichen Dateien sogar die Quelle.

Ich war überrascht, als ich probiert hatte, per Spotlight eine Datei zu finden, die mir meine Freundin gestern per E-Mail geschickt hatte. Die E-Mail-Adresse und der Name von meiner Freundin war dieser Datei als Quelle zugeordnet und ließ sich so finden. Irgendwie cool, mit Fragen wie “Zeige mir alle Bilder, die mir Jupp gestern geschickt hat” auch Ergebnisse zu erhalten…

Die Ideen bei Apple gehen allerdings schon viel weiter:

Sprache wird durchsuchbar

Laut “As Seen On TV” ist die Leistung moderner Systeme bereits so fortgeschritten und Software so intelligent, dass die Spracherkennung ungeübter und nicht tranierter Sprecher relativ problemlos zu bewerkstelligen sein. In Zukunft wird es möglich sein, dass Audiodateien, die Sprache enthalten, automatisch in einen Text umgewandelt werden, der zur Indexierung herangezogen werden kann.

Die Möglichkeiten sind einfach nur geil (Sorry ;) ). Stellt euch eine tägliche Telefonkonferenz vor, bei der jeder Teilnehmer aufgenommen wird. Eine Suche “Gib mir den Mitschnitt der Telefonkonferenz, in der Jack den Vorschlag für das Projekt “Blumenvase” geäußert hat” wird möglich!

Oder für die Geeks unter uns ;) Wir haben sämtliche Drei ??? digitalisiert und möchten nun alle Folgen hören, in der Tante Mathilda mitspielt oder Alfred Hitchcock. Gut, die Hardcore-Fans wissen das, aber mit Spotlight und Metadaten können wir tatsächlich suchen, in welchen Folgen diese Namen gesprochen werden.

Der Computer soll lernen, den Inhalt einer Datei zu verstehen.

Nicht nur wann und was geändert wurde, sondern auch wo

Hochinteressant ist auch die Möglichkeit zu den bekannten Daten wie Name, Art oder Änderungsdatum einer Datei auch den Ort dieser Änderung oder Verwendung zu speichern. GPS-Empfänger werden immer kleiner und leistungsfähiger. Ein Powerbook, welches heute schon seine eigene Lage im Raum feststellen kann, wird vielleicht in wenigen Jahren auch seine Position auf der Erde feststellen und speichern können.

Du weißt noch, dass du deinem Kollegen Jack eine E-Mail von der Konferenz in Köln geschickt hast? “Zeige mir alle E-Mails an Jack, die ich in Köln verschickt habe”

Du willst alle Bilder und Reiseberichte haben, die du auf Hawaii erstellt und bearbeitet hast? Boom! Da sind sie…

Verbindungen

Sehr interessant könnten auch die Möglichkeiten von Beziehungen zwischen Dateien sein. Dabei können völlig verschiedene Daten in Beziehung zueinander stehen. Zb. Adressbucheinträge und Bilder.

Wir haben ein paar Adressen in einer Gruppe “Familie” zusammengeführt. Nun senden wir an unsere Tante Mathilda die Fotos vom letzten Familienausflug. Nach einem Monat fragt Onkel Otto nach, ob er die Fotos nicht auch bekommen kann. Wir sind vergesslich und wissen nicht mehr, wer aus der Familie die Fotos schon bekommen hat.

Anstatt nun unsere E-Mails an die Familie manuell zu durchsuchen, Schauen wir uns einfach die Fotos an und lassen und anzeigen, welche Fotos an welche Familienmitglieder gegangen sind.. Und siehe da, wir entdecken sogar noch zwei Bilder, die wir Tante Mathilda noch nicht geschickt haben.

Oder wir verbinden eine Rechnung (PDF) mit einem Photoshop-Dokument. Direkt können wir die Rechnung finden, die wir für dieses Projekt – ein Logo – geschrieben haben.

Es sind wirklich wahnsinnige Möglichkeiten. Vor allem aber, liegt die Vermutung nahe, dass einige dieser Möglichkeiten vielleicht schon in die Apple-Welt einziehen werden, bevor die Windows-Welt überhaupt mit ihrer Instant-Desktop-Search zu arbeiten beginnt…

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