Helfer in der Not
Ich bin ja bei einem Internetprovider tätig und so bekommt man auch hin und wieder Anrufe von Kunden, deren Probleme nicht unbedingt direkt mit den angebotenen Produkten zu tun haben.
So hatte ich mich gestern mit einem langjährigen Kunden unterhalten, der eigentlich alles über uns gebucht hat, nur seinen Internetzugang nicht, dessen Tocher auf eine zwar alte, aber leider immer noch sehr aktive Betrugsmasche hereingefallen ist.
In diesem speziellen Fall, lockt der Anbieter Menschen zu sich auf die Seiten, die sich von der Aufmachung Songtexte, Hausaufgaben oder Vornamen für ihr neugeborenes Kind versprechen. Lediglich seine Kontaktdaten müsse man zur Registrierung angeben, den Zugriff auf die Datenbank gibt es heute kostenlos.
Bei seriösen Anbietern bedeutet das, man darf sich heute für eine unbegrenzte Zeit kostenfrei anmelden. Nicht so bei unseriösen Anbietern. Diese nehmen das “heute” wörtlich und Punkt Mitternacht wird die Rechnung fertig gemacht, zu “günstigen” Konditionen von 7,00 € pro Monat bei jährlicher Vorauszahlung.
Was ist nun zu tun, wenn einen eine solche Rechnung überrascht? Erstmal sollte man Ruhe bwahren und genau prüfen, ob man sich überhaupt bei solch einem Verein angemeldet hat. Oftmals berichten Menschen nämlich von Rechnungen, obwohl sie ganz sicher sind, niemals eine solche Dienstleistung in Anspruch genommen zu haben.
Hat man sich dann doch irgendwo angemeldet, sollte man die Gegebenheiten prüfen. Sind Preise, Bedingungen usw. deutlich ausgewiesen oder nur irgendwo versteckt? In diesem Falle begibt sich der Anbieter aufs Glatteis und in Grauzonen. Niemand kann sagen, ob solche “Preisauszeichnungen” vor Gericht bestand haben würden.
Eine sehr gute Möglichkeit bietet aber auch die Quelle dieses Unheils: Das Internet selbst. Einfach mal den Firmen oder Angebotsnamen in eine Suchmaschine eingeben und die dann eventuell aufkommenden Foren- und Geschädigtenseiten durchforsten. Gibt es eine Betrugsmasche, kann man sicher sein, dass sich schon bald viele Betroffene im Internet finden und die Besten Strategien ausfuchsen, um unbeschadet aus dieser Sache herauszukommen.
Daher kann man bei der Mehrzahl der Angebote eher davon ausgehen, dass die Anbieter davon ausgehen, dass nur ein kleiner Teil der Rechnungsempfänger tatsächlich bezahlen, weil sie sich durch die aufgebauten Drohkulissen eingeschüchtert fühlen. In diesem Fall kann man es ruhigen Gewissens darauf ankommen lassen und damit rechnen, dass der Anbieter nicht den gerichtlichen Weg einschlagen wird. Schließlich will er ja selbst keine Präzedenzfälle schaffen und mit gewissen Gebühren in Vorleistung treten, wenn die große Gefahr besteht den Prozess zu verlieren.
Reagieren muss man erst, wenn der gerichtliche Mahnbescheid ins Haus flattert! Dann aber zügig und auf jeden Fall. Denn versäumt man die Frist steht man in der Schuld des Anbieters und hat keine Möglichkeit mehr, sich vor der Zahlung zu drücken.
Ganz wichtig sollte übrigens noch sein, sich jedes Angebot ganz genau anzuschauen. Niemand hat etwas zu verschenken auch und gerade im Internet nicht. Und sämtliche Alarmglocken sollten läuten, wenn man den Anbieter mit Adresse und Geburtsdatum füttern muss, nur um Lyrics seines Lieblingsliedes anzurufen. Auch sollte man sich AGB und Nutzungsbedingen tatsächlich aufmerksam durchlesen und nicht nur abhaken um schnell zum Angebot zu kommen.
Hui, der Artikel ist ja länger geworden als gewollt.. Na hoffen wir mal, dass es hilft


